Tierschutz

und die Friesenkate


Muss Zucht eigentlich sein, wenn doch  jedes Jahr 120.000 Katzen in Deutschlands Tierheimen landen? 

Ein kleines Gedankenspiel...: stellen wir uns vor, Menschen wäre die Zucht von Katzen verboten, und die Fortpflanzung - und damit die Arterhaltung - würde man ab sofort der Natur überlassen. 
Da gäbe es einerseits die potenten Straßen- und Bauernhofkatzen (Letzteren wird ja nur in wenigen Fällen bei der Vermehrung Einhalt geboten...)  und andererseits die Katzen aus den Tierheimen, die alle ordnungsgemäß kastriert werden. 

Die weiblichen Tiere, die in freier Natur leben, können theoretisch ab dem 4. Lebensmonat geschlechtsreif werden

 (Quelle: smartvet.de). Auch 6 bis 8 Monate alte Katzen sind körperlich noch unterentwickelt, werden aber mit großer Treffsicherheit vom Revierkater aufgespürt und gedeckt. Katzen handeln extrem triebgesteuert. 

Wildlebende Katzen fragen daher nicht nach Alter, Gesundheit, passender Blutgruppe oder Verwandtschaftsgrad. 

Das Ergebnis solcher Verpaarungen brauche ich hier nicht weiter erläutern, und leider greift hier auch nicht sofort das Prinzip "survival of the fittest", 

so dass sich auch schwache und kranke Katzen noch weiter vermehren. 

Die Art "Katze" würde also nicht aussterben, und genau die Schwächeren werden irgendwo von Menschen aufgegriffen, würden dann in Tierheimen landen und aufgepäppelt und kastriert von Katzenliebhabern adoptiert werden können. So stellen sich zumindest viele Tierrechtorganisationen die "gesteuerte Zusammenführung" von Katze und Mensch vor. 

Aber ist dies wirklich ein Happy End?

Niemand kennt die Geschichte der adoptierten Katze. Nicht selten weisen die Tiere genetisch bedingte Krankheiten auf, die erstmal diagnostiziert und dann meist teuer behandelt werden müssen. Die Tierarztkosten erreichen dabei sehr schnell den Gegenwert  eines Kleinwagens. Wenn also die einzige "Bezugsquelle für Katzen" das Tierheim wäre, könnten sich nur sehr risikofreudige Menschen mit einem gut gefüllten Bankkonto eine Katze leisten.

Wie in dem Gedankenspiel beschrieben, handelt es sich bei unseren Tierschutzkatzen tatsächlich in den meisten Fällen um Straßen- oder Bauernhofkatzen. Diese besitzen keinen Stammbaum und niemand kennt "ihre Geschichte". Sie sind deswegen nicht weniger wert, aber sie tragen auch nicht zu einer gesunden Erhaltung oder Weiterentwicklung gewisser Rassen bei. Und genau DARIN  besteht die Aufgabe für uns Vereinszüchter. 

Mit Verantwortung und sehr viel Wissen über Genetik streben wir Züchter danach, unsere Linien gesund und robust weiter zu entwickeln. 

Interessenten die zu uns in die Friesenkate kommen, haben überwiegend bereits mit Heimtieren ihre Erfahrungen gemacht - und leider waren es nicht immer die schönsten. 

So finden wir, dass niemand zu verurteilen ist, der sich für ein gesundes, gut sozialisiertes Kätzchen aus genetisch unbelasteten Linien von einem seriösen Züchter entscheidet. 

Dennoch lässt uns das Schicksal der vielen Heimtiere nicht ungerührt. Wenn 120.000 Katzen jährlich in deutschen Tierheimen abgegeben werden, dann läuft grundsätzlich etwas falsch. Unser Respekt gilt in jedem Fall den vielen angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die sich aufopfernd und voller Hingabe für in Not geratene Tiere engagieren. 
Und wir möchten ein Zeichen setzen:

Für jedes von einem Liebhaber adoptierte Kitten spenden wir 50 Euro an unsere örtlichen Tierschutzorganisationen. 

Weil Zucht und Tierschutz sich nicht ausschließen müssen!

In der Rubrik "Aktuelles" werden wir mit der ersten Scheck-Übergabe regelmäßig über unsere Spendenaktion berichten.